Praktisches A–Z
Einreise & Bezahlen
Einreise
Island ist Schengen-Mitglied, aber nicht in der EU. Als EU-Bürger brauchst du kein Visum — ein gültiger Personalausweis oder Reisepass genügt. Bei der Ankunft gibt es keine nennenswerte Grenzkontrolle (Schengen-Flug). Zollbestimmungen: Alkohol-Einfuhr stark limitiert (1 Liter Spirituosen + 0,75 Liter Wein + 3 Liter Bier, ODER 1 Liter Spirituosen + 6 Liter Bier, ODER andere Kombination bis 3.000 ISK).
Währung & Bezahlen
Die Isländische Krone (ISK) ist die Landeswährung, aber du brauchst praktisch kein Bargeld. Island ist eines der bargeldlosesten Länder der Welt — du kannst überall mit Kreditkarte bezahlen: im Supermarkt, am Hotdog-Stand, im Taxi, sogar in manchen öffentlichen Toiletten. Visa und Mastercard werden überall akzeptiert. Bargeld brauchst du höchstens für den Flohmarkt (Kolaportið).
Trinkgeld
In Island ist kein Trinkgeld üblich — die Preise enthalten den Service. Weder in Restaurants noch in Taxis noch in Hotels wird Trinkgeld erwartet. Die Isländer würden es als merkwürdig empfinden.
Sicherheit & Wetter
Island ist eines der sichersten Länder der Welt — die Polizei trägt keine Waffen, Gewaltverbrechen gegen Touristen sind praktisch unbekannt, und Kinder spielen abends unbeaufsichtigt draußen. Die echten Gefahren in Island kommen nicht von Menschen, sondern von der Natur.
Naturgefahren
- Wetter: Kann sich innerhalb von Minuten ändern — Sonnenschein zu Schneesturm in einer Stunde. Immer die Vorhersage auf vedur.is checken, besonders vor Fahrten außerhalb der Stadt.
- Wind: Böen können so stark sein, dass sie Autotüren abreißen (!) — immer die Tür festhalten beim Aussteigen. Im Winter können Straßen wegen Sturm gesperrt werden (road.is für den aktuellen Status).
- Geothermale Gebiete: Das Wasser in natürlichen heißen Quellen kann 100°C heiß sein. Nur an markierten Stellen ins Wasser gehen! Dünne Erdkrusten können einbrechen.
- Wellen: Die „Sneaker Waves" (plötzliche, große Wellen) an Islands Südküste — besonders am Reynisfjara-Strand — sind lebensgefährlich. Nie dem Meer den Rücken zudrehen, nie näher als 30 Meter an die Brandung gehen.
- Gletscherflüsse: Nie versuchen, Flüsse ohne Brücke zu durchwaten — die Strömung und Tiefe sind unberechenbar.
Notruf: 112 (Polizei, Feuerwehr, Rettung). Registriere dich auf safetravel.is, bevor du auf Tagesausflüge außerhalb Reykjaviks gehst — im Notfall weiß der Rettungsdienst, wo du bist.
Sprache & Kommunikation
Isländisch
Isländisch ist eine der ältesten lebenden Sprachen Europas — sie hat sich seit der Wikingerzeit kaum verändert. Isländer können die mittelalterlichen Sagas im Original lesen, als wären sie gestern geschrieben. Die Sprache wird aktiv geschützt: Statt Fremdwörter zu importieren, erfindet eine Sprachkommission isländische Neuschöpfungen (Computer = tölva, von „Zahlenwahrsagerin"; Telefon = sími, von „Draht").
Englisch
Alle Isländer sprechen hervorragendes Englisch — du wirst überall problemlos verstanden. Deutsch ist weniger verbreitet, aber ältere Isländer haben es oft in der Schule gelernt.
Nützliche isländische Wörter
- Takk / Takk fyrir — Danke / Vielen Dank
- Skál! — Prost!
- Bless! — Tschüss (klingt wie „bless", wird allgegenwärtig benutzt)
- Þetta reddast — „Es wird sich schon richten" — der inoffizielle isländische Wahlspruch. Erklärt die gesamte isländische Mentalität.
- Pylsa / Pylsur — Hotdog / Hotdogs
- Heitur pottur — Hotpot / heißes Becken
Packliste
Ganzjährig — die goldene Regel: Schichten!
Islands Wetter ist so wechselhaft, dass du an einem einzigen Tag alle vier Jahreszeiten erleben kannst. Die Lösung: Schichtenprinzip (Zwiebelprinzip). Keine einzelne warme Jacke, sondern mehrere Lagen, die du an- und ausziehen kannst.
- Winddichte, wasserdichte Außenjacke: DAS wichtigste Kleidungsstück in Island. Der Wind ist der größere Feind als die Kälte.
- Fleece oder Daunenjacke: Als Mittelschicht. Packbar, warm, schnelltrocknend.
- Merino-Unterwäsche: Wärmt auch wenn nass, kratzt nicht, riecht nicht. Die Investition lohnt sich.
- Wanderschuhe: Wasserdicht, knöchelhoch, eingelaufen. Für den Golden Circle, Þingvellir und Wanderungen unverzichtbar.
- Mütze, Handschuhe, Schal/Buff: Ganzjährig. Ja, auch im Sommer — der Wind auf dem Gletscherrand oder am Wasserfall ist schneidend.
- Regenhose: Klingt uncool, rettet den Tag. Bei Gullfoss wirst du nass.
- Badekleidung: Für die Hotpots, die Blaue Lagune und die städtischen Bäder. Ganzjährig!
- Wiederverwendbare Wasserflasche: Isländisches Leitungswasser ist Gletscherwasser — das reinste und leckerste der Welt. Nie Wasser kaufen!
Sommer (Juni–August)
- Sonnenbrille: Die Mitternachtssonne blendet — besonders am Wasser und auf Gletschern.
- Schlafmaske: Wenn du bei Helligkeit nicht schlafen kannst — und es wird NICHT dunkel.
- Leichtes Langarm-Shirt: 14°C und Sonnenschein fühlen sich angenehm an, aber der Wind kühlt.
Winter (Oktober–März)
- Warme Daunenjacke: Zusätzlich zur winddichten Außenschicht.
- Thermounterwäsche: Für Nordlichter-Jagd und Outdoor-Ausflüge bei −5°C bis −15°C.
- Stativ: Für Nordlicht-Fotos. Klein, leicht, stabil.
- Stirnlampe: In der Dunkelheit auf dem Weg zum Nordlicht-Spot unverzichtbar.
- Handwärmer (Einweg): Für die Stunden unter freiem Himmel beim Nordlichter-Warten.
Tipp
Kaufe deine Outdoor-Kleidung NICHT in Reykjavik — die Preise in den 66°North und Icewear-Shops sind brutal (eine 66°North-Jacke kostet 300–600€). Bring alles von zuhause mit oder kauf günstige Alternativen bei Decathlon oder Globetrotter vor der Reise. Falls du doch vor Ort kaufen musst: Der Second-Hand-Laden Rauða Krossinn (Rotes Kreuz) in der Laugavegur hat oft gute Outdoor-Kleidung.
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